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jkarst 
 
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Fachbeiträge: 55
Dabei seit: 18.07.2006
Handys: k800i Provider: O2 Firmware: R1CB001 060608
Status: Offline
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Donnerstag, 03.08.2006 18:09 34 |
@winni73
OK, vielleicht bin ich da etwas berufsneurotisch - ich berate halt Unternehmen datenschutzrechtlich, die genau solche Profile rechtssicher erstellen wollen, und das natürlich mit dem alleinigen Zweck, mehr Geld zu verdienen.
Ich will das mal etwas erläutern, um bei den Forenteilnehmern die Sensibilität für Fragen des Datenschutzes etwas zu erhöhen - bitte net falsch verstehen, das soll keine Belehrung sein, sondern nur meine Sicht der Dinge in Kenntnis der Unternehmer-Denke!
(1) Aktuelle Profil-Bildungssituation
Ganz so schlimm wie von winni73 dargestellt ist die Sammelleidenschaft bei den nichtöffentlichen Stellen (privatwirtschaftliche Unternehmen) zum Glück nicht:
(a) Die Daten von "echten" Zahlungsverkehrssystemen können nicht für eine personenbezogene oder personenbeziehbare Profilbildung verwendet werden. Dazu fehlt die erforderliche Einwilligung der Betroffenen. Das wird auch von den zuständigen Aufsichtsbehörden peinlich überwacht und von den Unternehmen eingehalten, denn die möglichen Sanktionen können sehr hart treffen bis hin zur Strafbarkeit (von der üblen Publicity ganz zu schweigen).
(b) Auch personenbeziehbare Handy-Bewegungsprofile dürfen nach § 98 TKG nur mit Einwilligung des Betroffenen erstellt und erst recht nur mit Einwilligung für Werbezwecke und Marktforschung verwendet werden.
(c) Payback und Konsorten sammeln tatsächlich Profildaten wie die Blöden und bekommen (berechtigterweise) v.a. von den Münchner Gerichten immer wieder eins aufs Haupt wegen unzulässiger Einwilligungserklärungen. Deswegen würde ich auch keine dieser läppischen Rabattkärtchen verwenden, zumal die tatsächlichen Vorteile nicht selten leicht hinter dem erweckten knallbunten Eindruck zurückbleiben...
(d) Cookies und "Surfspuren" werden von den meisten Unternehmen datenschutzrechtlich wirklich noch so behandelt, als gebe es keine gesetzliche Regelung. Es ist sehr schwer, den Unternehmen klar zu machen, dass schon seit Jahren bei personenbeziehbaren Cookies eine Einwilligung oder bei anonymisierten Cookies vor deren Einrichtung zumindest eine deutliche Information erforderlich ist. Deswegen lösche ich ständig die akzeptierten Cookies und lehne solche von klassischen Sammlern wie adfarm, doubleclick etc. von vornherein ab.
(e) Öffentliche Stellen wie die Staatsanwaltschaften können dagegen in bestimmten Fällen Bewegungs-, Konsum- und Aufenthalts-Profile bilden bzw. bei den entsprechenden Providern in Auftrag geben. Das klappt zwar nimmer nach dem Gieskannenprinzip mit der Rasterfahndung (verfassungswidrig), aber sehr wohl aber bei einem dringenden Tatverdacht gegen ganz konkrete Personen, auch wenn hier formal noch Vieles falsch gemacht wird.
(2) Warum ich ansonsten keine Daten herausrücke
Alles andere kann ich weitgehend kontrollieren: Ich muss keine Einwilligung in besondere Werbeformen (SMS/E-Mail etc.) oder in eine Profilbildung erteilen und ich kann der Verwendung meiner personenbezogenen Daten für Werbung und Marktforschung und der Weitergabe an Dritte für diese Zwecke jederzeit bei der verantwortlichen Stelle widersprechen (§ 28 Abs.4 BDSG).
Das ist m.E. auch sinnvoll (meine Mandanten würden den Anwalt wechseln, wenn sie das unter meinem Real-Name lesen würden...):
(a) Ich bin noch nicht so bequem oder geistig verkrüppelt, dass mir Werbung nach meinen Interessen, nach meinem Aufenthaltsort, nach meinem Vorverhalten und/oder nach den in meinem Besitz befindlichen sonstigen Gegenständen mundgerecht vorsortiert aufs Handy, ins Fernsehen, auf den Internet-PC oder in den Postkasten serviert werden müsste.
Wenn ich Produktinformationen brauche, dann informiere ich mich selbständig (z.B. in Foren wie diesen ), halt wie ein mündiger Bürger. Wenn ich noch nicht weiß, dass gerade ich das Produkt XY "unbedingt" brauche, dann brauche ich es auch nicht. Basta. Wenn das Produkt tatsächlich so toll ist, wird es seinen Weg in die von mir konsumierte allgemeine Medienwelt schon schaffen und irgendwann zu mir finden.
(b) Die mit oder ohne Mitwirkung der Betroffenen erhobenen Daten, Meinungen, Profildaten etc. werden in den meisten Fällen auf dem Adressmarkt gehandelt, sie sind also ein echtes Wirtschaftsgut. Wenn aber jemand mit meinen ureigensten personenbezogenen Daten Geld verdient, dann möchte das - bitteschön - erst einmal ich selbst sein! Die wenigsten wissen, dass eine einzige Telefonnummer mit "belastbarer" Einwilligung beim Adresshändler je nach Listenkriterium auch mal fünf Euro pro Nutzungsvorgang kosten kann...
(c) Die Argumente "Verbesserung von Produkten" oder "Verbesserung von Service-Leistungen" führen oftmals auch zu nachteiligen Entwicklungen für den Verbraucher. Immer daran denken: Es geht bei jeder Marktuntersuchung um das Geldverdienen und die Auslotung von Möglichkeiten, in Zukunft noch mehr Geld (mein Geld!) zu verdienen. Und mehr Geld verdienen heißt in aller Regel auch teurere Produkte, die nicht zwingend besser bzw. zumindest nicht im gleichen Maße besser sein müssen wie die Verteuerung vermuten lassen würde.
Zum Beispiel: SMS. Als ich vor über 11 Jahren mein erstes D-Netz Handy gekauft habe, hat mir der M.Markt-Verkäufer in seiner Ignoranz erklärt, es handle sich bei SMS um eine technische Einrichtung zur Empfangsverbesserung . Dafür war der SMS-Versand bei meinem ersten D2-Vertrag sogar völlig kostenfrei. Kaum war der allgemeine Bedarf an SMS-Leistungen statistisch erwiesen, wurde das Produkt auf Handy-Seite zwar verbessert (T9, lange SMS, EMS, MMS), zugleich aber auch in geradezu unverschämter Weise auf Providerseite verteuert.
(d) Nebenbei gibt es eine maßgebliche Interessenkollision gerade bei Handy-Herstellern: Praktisch ist SE viel mehr den Providern als den Endkunden verpflichtet, da nur über die subventionierten Geräte maßgebliche Marketanteile zu erringen sind. Schon mal vom Treo 600 gehört? Das war eigentlich ein tolles Smartphone auf Palm-Basis, aber auf dem hiesigen Markt völlig chancenlos, weil PalmOne keine Provider für den subventionierten Absatz gefunden hatte.
Und wie beeindruckt man Provider? Es geht darum, möglichst viele Funktionen im Gerät unterzubringen, die die entgeltliche Nutzung von möglichst neuartigen und teuren TK-Dienstleistungen erfordern (z.B. Klingelton/Bilder/Themes/Spiele-Download, Online-Spiele, mobile TV, RSS-Feed, Blogs...). Für den User kostensparende Funktionen bleiben natürlich tendenziell eher draußen und wenns zwei Realisierungsmöglichkeiten gibt, wird die kostenpflichtige genommen (z.B. DVB-M statt DVB-T...).
That's it - warums mir nicht egal ist, was mit meinen Daten passiert :blah: .
Viele Grüße 
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FantaMarc 
 
Fachbeiträge: 96
Dabei seit: 15.09.2006
Handys: K800i
Status: Offline
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Mittwoch, 20.09.2006 11:31 41 |
Hallo,
nun hat es auch mich "betroffen". Wie unser T[!]MME es bereits in seinem Beitrag "Mein SE K800i Bericht mit vielen Bildern!" berichtet hat, erscheint bei neuen SE-Handys (speziell hier das K800i) am Anfang folgendes (T[!]MME, ich verwende mal Dein Bild und denke es geht in Ordnung):
Genau diese Meldung habe ich bei meinem K800i auch erhalten und weggedrückt. Dies jedoch nicht per "Abbruch" (in meinem Fall konnte man zwischen "Ja" und "Nein" auswählen), sondern über den Zurückknopf des Handys.
So und heute morgen kam diese Meldung urplötzlich wieder und ich habe deswegen mal direkt bei SE angerufen. Dort sagte mir ein freundlicher Kundenberater, dass ihm dies "sehr merkwürdig" vorkommt und er selbst noch nichts davon gehört habe. Sogar nach Rücksprache mit einer anderen Stelle, konnte man mir nicht erklären, wieso SE das Handy registrieren lassen möchte (wobei dies ja auch noch nicht mal kostenlos ist, sondern per SMS-Preis abgerechnet wird!)!
Wenn noch nicht mal SE selbst weiss, was es mit dieser kuriosen Registrierung auf sich hat, wer soll es einem denn dann erklären??? 
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