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Handys: Samsung i780, S500i, W800i. demnächst HTC Touch HD

Firmware: i780BHHA5

Provider: simyo

1

Donnerstag, 15. Dezember 2005, 11:23

Der findige Linux-Fan Matthew Mastracci hat es als erste Privatperson geschafft, einen funktionalen Linux-Kernel auf Palms Treo 650 zum Laufen zu bekommen. Der Volkssport, das freie Betriebssystem auch auf exotische Hardware-Plattformen zu portieren, erhält damit einen neuen Ableger: zuletzt waren es prominente Spielekonsolen wie Microsofts XBox, Sonys PS2 oder der Game-Handheld PSP, die mit den Kunstgriffen zweckentfremdet wurden. Ob der Aufwand auch einen praktischen Nutzen nach sich zieht, darf man zunächst bezweifeln. Auch wenn viel Wissen und Kenntnisse von den Systeminterna und der Zielplattform vonnöten sind, um die entsprechenden Treiber für Displays, Keyboards, Mainboards und Prozessoren überhaupt zu kompilieren, sind reale Anwendungen für die Hacks kaum vorhanden.


Foto: lauffähiger Linux-Kernel auf dem Treo 650

Was ist Mastracci mit seiner Portierung nun gelungen ?

Bislang läuft ein Linux-Kernel unter einem Minix-Filesystem inklusive einkompiliertem Bluetooth-Support auf dem Treo an und vermisst auf dem Gerät zunächst vor allem Treiber für die Tastatur, das LCD-Display und den SDIO-Slot. Dennoch hat Mastracci es geschafft, eine Shell (die Kommandozeile und das Herzstück jedes UNIX-ähnlichen Betriebssystems) zu aktivieren und damit ein im wesentlichen lauffähiges und benutzbares System zu erhalten. Ab diesem Punkt wird es für eine einzelne Person schwer, weitere Tools und die vielen zahnradartig zusammenarbeitenden Programme zu portieren, um weiteren Nutzen aus dem System zu ziehen.

Für europäische Versionen des Treo 650, die mit einem GSM-Chip ausgerüstet sind, stellt der Entwickler in Aussicht, dass sich über das Linux-System auch die Telefonfunktionen des Smartphones ansprechen lassen. Da der Mobilfunkchip über ein Bussystem direkt mit dem Prozessor verdrahtet ist, lassen sich die zur Initiierung eines Telefonats relevanten AT-Befehle direkt absetzen. Etwas zurückhaltender äußert sich Mastracci über die Kommunikation mit den amerikanischen CDMA-Mobilfunknetzen - es wäre aber theoretisch denkbar, dass ein und dasselbe Tool beide Netzarten ansprechen könne.

Beim Aufspielen des Linux-Systems auf den Treo 650 wird im übrigen nicht das bestehende PalmOS beeinträchtigt. Lediglich der Bootloader würde temporär mit einem Linux-Bootsystem überschrieben, was sich aber leicht rückgängig machen lässt. Alle IO-Operationen werden über den SD-Speicher abgewickelt, der permanente Telefonspeicher bleibt von der Installation völlig unberührt.

PalmSource dürfte bei seinen Bemühungen, das von China MobileSoft akquirierte Linux-System für Embedded Systeme mittlerweile deutlich weiter sein als Mastracci. Doch in der Hall of Fame unter allen Hackern, die Linux auf die unendlichen Weiten bis dato unbekannter Plattform portierten, hat Mastracci seinen Platz gesichert: Er brachte Linux dorthin, wo (offiziell) noch nie zuvor eines gewesen war. (Quelle: areamobile.de)

Bitte keine Fragen zu Problemen mit eurem Handy per pn, email oder messenger, danke!
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Registriert: 29.11.2004

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2

Montag, 2. Januar 2006, 12:50

Ende 2001 kamen T-Mobile und O2 auf den bahnbrechenden Gedanken, einen PDA mit einem Handy zu kreuzen. Seinerzeit war die Gerätelandschaft, insbesondere was die Verfügbarkeit von bedienbaren Smartphones anbetraf, noch überschaubar: Nokias Communicator 9210i war eines der wenigen Geräte, mit denen man sowohl arbeiten als auch telefonieren konnte. Da man als Netzbetreiber schwerlich ein Gerät in Eigenregie entwerfen, testen und fertigen kann, beauftragte man den taiwanischen ODM-Hersteller HTC mit der Produktion der ersten XDA/MDA-Geräteserie. Seitdem ist HTC, obwohl er offiziell nicht in Erscheinung tritt, der wichtigste Hersteller von Windows Mobile-Endgeräten der Welt.


Foto: Xanadux auf Wallaby (O2 XDA)

Dass man sich bei der Betriebssystemauswahl für das in Amerika und Europa etablierte WinCE-basierte Windows Mobile entschied, war eine zukunftsweisende Entscheidung. Eine Reihe von Entwicklern möchte allerdings beweisen, dass man auf der Geräteplattform auch andere Systeme als das lizenzpflichtige und nicht besonders erweiterungsfreudige Windows einsetzen kann. Linux bietet sich dank seiner Quelloffenheit und großen Treiber- und Applikationsentwicklercommunity hierfür am besten und so gründete sich vor zwei Jahren das Xanadux Projekt, dessen erklärtes Ziel es ist, ein produktives mobiles Linux auf HTC-Geräten zum Laufen zu bringen. Die Entwickler arbeiten derzeit an Versionen für die Smartphones Wallaby (MDA), Himalaya (MDA II) und Blue Angel (MDA III).

Die Motivation hinter dem Projekt ist nicht nur ideeller Natur: Linux-Fans ärgern sich gemeinhin darüber, dass sich viele Grundfunktionen des Windows Mobile-Systems nicht anpassen lassen. Als Beispiel führt Luke Kenneth Casson Leighton, einer der Entwickler des Xanadux Projekts, die kleinen Tasten auf der Vorderseite des MDA III an: drückt man versehentlich die Explorer-Taste, aktiviert das Smartphone automatisch die GPRS-Konnektivität, was unter Umständen Kosten für den Nutzer verursacht. Der Einbau einer entsprechenden Dialogbox als Absicherung ist mangels Einsichtnahme in den Windows-Quellcode ein Ding der Unmöglichkeit.

Auf der Projekt-Website www.xda-developers.com kann man jederzeit Einblick in den Fortschritt des Xanadux-Projekts nehmen oder sich selbst in den Prozess einbringen. Die Mitglieder beschreiben auch Themen aus der Grauzone des mobilen Computings, geben Tips fürs Unlocking, Software-Upgrades und bieten sogar Hilfestellung beim experimentellen Update von Windows Mobile 5.0. Doch der Fokus des Projekts liegt im vollständigen Verständnis des Systems: Mit Hilfe von minutiösem Reverse Engineering werden in wochenlanger Kleinstarbeit Display- und Powermanagement-Treiber geschrieben. Lorbeeren ernten die Entwickler, die es trotz mangelnder Dokumentation oder Support durch jegliche Hersteller schaffen, Kamera und Speicherkarten anzusprechen.

Mittlerweile sind die Bemühungen um das Blue Angel-Gerät (MDA III) weit fortgeschritten: mit Hilfe eines lauffähigen Linux-Kernels lassen sich bereits Telefonate führen, der Bluetooth-Port ansprechen und GPRS-Verbindungen herstellen. Nicht verwechseln sollte man das Linux-basierte Betriebssystem mit den kommerziellen Varianten von Montavista oder Access/PalmSource. Im wesentlichen handelt es sich hierbei um eine abgespeckte Variante des Desktop-Systems mit vielen selbst entwickelten Treibern. Garantien für die Funktionalität gibt das Xanadux-Projekt selbstverständlich nicht - ganz im Gegenteil: bei einem Systemwechsel kann das Gerät vollständig unbrauchbar werden und die Entfernung von eventuellen Locks auf dem Smartphone widerspricht massiv der vertraglichen Vereinbarung eines deutschen Kunden mit seinem Netzbetreiber.

Quelle: linuxdevices.com / areamobile.de
Was man nicht hat kann man nicht vermissen, was man mal hatte vermisst man umso mehr.

MfG
Humunculus
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