Festnetz-Nummer auf dem Handy
Wie bereits berichtet bietet Vodafone seit Ende Oktober seinen ZuhauseMobil-Tarif an. Knapp ein Jahr nach dem ersten Vodafone Zuhause-Angebot war es damit erstmals auch bei Vodafone möglich, ein Handy für zuhause und unterwegs zu bekommen. Wie bei o2 Genion gelten innerhalb der Homezone, die Vodafone als Zuhause-Bereich bezeichnet, festnetzähnliche Tarife, während außerhalb die Preise des normalen Handytarifs zählen.
teltarif.de hatte die Möglichkeit, Vodafone ZuhauseMobil zu testen. Dabei haben wir die neue Option für einen bestehenden Vertrag bestellt. Wenige Stunden nach dem Auftrag erhielten wir vom Netzbetreiber eine SMS mit der Festnetznummer. Unter dieser war der Anschluss dann in der Tat parallel zur bestehenden Mobilfunknummer erreichbar.
Dabei fiel auf, dass Anrufe deutlich schneller durchgeschaltet werden als bei o2 Genion. Das Vodafone-Handy klingelt bei Anrufen auf der Festnetznummer schon nach etwa fünf bis sechs Sekunden, während man bei Anrufen auf o2 Genion-Nummern meist länger als zehn Sekunden warten muss. Befindet sich das o2-Handy im National Roaming bei T-Mobile, so dauert es zuweilen sogar bis zu 20 Sekunden. Nicht selten haben Anrufer in dieser Zeit schon wieder aufgelegt.
Akustisches Signal vor Zuhause-Gesprächen
Bei abgehenden Gesprächen aus dem Zuhause-Bereich hören Vodafone ZuhauseMobil-Kunden einen etwas zu laut geratenen Signalton. Wenn dieser ertönt, zählen für die Telefonate die Zuhause-Tarife. Das heißt, für Gespräche ins Festnetz sind monatlich 1 000 Minuten inklusive. Wer darüber hinaus telefoniert, zahlt für jede weitere Minute 4 Cent.
Im Gegensatz zum normalen Vodafone Zuhause-Tarif gelten bei ZuhauseMobil keine Sonderkonditionen für Anrufe in die Mobilfunknetze. Zwar ertönt das Zuhause-Signal auch dann, wenn man einen Handyanschluss oder auch ins Ausland anruft. Dies ist jedoch abrechnungstechnisch ohne Bedeutung.
Happy-Optionen gelten auch im Zuhause-Bereich
Anders sieht es mit Tarifoptionen wie HappyAbend und HappyWochenende aus, mit denen Vodafone-Kunden abends, nachts, am Wochenende und an bundeseinheitlichen Feiertagen unbegrenzt ins Festnetz und ins deutsche Vodafone-Netz telefonieren können. Diese Optionen zählen auch für Gespräche aus der "Homezone". Für Kunden, die die Abend- und Wochenend-Option nutzen, zählen die 1 000 Inklusivminuten des Zuhause-Tarifs somit nur werktags zwischen 8 und 20 Uhr. Zu allen übrigen Zeiten kann man - wie auch unterwegs - unbegrenzt telefonieren.
Am Tag nach der Aktivierung der Zuhause-Option traf von Netzbetreiber eine neue SIM-Karte ein. Diese konnte über die Kundenbetreuung innerhalb weniger Minuten aktiviert werden. Bei Verwendung der neuen Karte funktioniert auch die Zuhause-Anzeige in dafür geeigneten Handys.
SIM-Karte funktioniert nicht in jedem Handy
Verwendet man die Karte dagegen in einem anderen Gerät, so kann es zu Funktionsstörungen kommen. In einem Siemens S45 z.B. funktioniert die Zuhause-Anzeige einwandfrei. Legt man die neue SIM dagegen in ein Siemens S45i ein, so stürzt die Handy-Software regelmäßig ab. Das Gerät konnte im teltarif-Test nicht in Verbindung mit einer ZuhauseMobil-SIM genutzt werden.
Bei o2 ist für die Genion-Anzeige im Handy-Display kein SIM-Karten-Tausch erforderlich. Außerdem können die Karten in nahezu allen Handys problemlos genutzt werden, wenn auch die Homezone-Anzeige - wie auch bei Vodafone - nicht mit allen Telefonen funktioniert.
Wenige Tage nach der Schaltung der ZuhauseMobil-Option, die eine Mindestlaufzeit von drei Monaten hat, teilte Vodafone die neue Festnetznummer auch noch einmal auf dem Postweg mit. Mit gleicher Post informierte der Netzbetreiber über die Tarif-Einzelheiten. Ferner legte er ein Formular bei, mit dem man die Eintragung der neuen Nummer in öffentliche Teilnehmer-Verzeichnisse veranlassen kann.
Anrufmanager fehlt
Im Gegensatz zu o2 bietet Vodafone für die Festnetznummer keinen Anrufmanager an, mit dem man steuern könnte, was mit Anrufen auf der Festnetznummer geschieht, wenn man sich außerhalb des Zuhause-Bereichs befindet. o2-Kunden haben hier die Möglichkeit, die Gespräche kostenpflichtig auf das Handy umzuleiten. Alternativ kann man die Anrufe auf die Mailbox leiten oder eine Abwesenheitsansage aktivieren, die den Anrufer darauf hinweist, dass man unter der gewählten Nummer derzeit nicht zu erreichen ist.
Bei Vodafone ZuhauseMobil werden Anrufe auf der Festnetznummer nach den Erfahrungen der teltarif.de-Redation auch außerhalb des Zuhause-Bereichs zum Handy durchgestellt. Hierfür fallen für den Kunden keine Kosten an. Allerdings kündigt Vodafone auf seiner Homepage an, dass mögliche Abweichungen des Zuhause-Bereichs für eingehende Anrufe vom Bereich für abgehende Gespräche bis zum Frühjahr 2006 beseitigt sein sollen. Damit sind die Kunden unter der Festnetznummer künftig nur noch innerhalb des Zuhause-Bereichs erreichbar.
Wie groß dieses Gebiet ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. In Großstädten beträgt der Radius oft nur wenige hundert Meter. Bei unserem Test in einer ländlichen Gegend sahen wir selbst 20 Kilometer von der angegebenen Zuhause-Adresse noch den Zuhause-Schriftzug auf dem Handy-Display.
Fazit
Schade, dass Vodafone im Gegensatz zu o2 keine Flatrate für Telefonate aus dem Zuhause-Bereich anbietet. Außerdem fehlt die Möglichkeit, künftig für Anrufe auf der Festnetznummer zu entscheiden, ob man diese auch außerhalb des Zuhause-Bereichs - ggf. kostenpflichtig - entgegennehmen will. Bleibt zu hoffen, dass der Netzbetreiber hier spätestens nachbessert, wenn die Erreichbarkeit der neuen Rufnummer tatsächlich räumlich begrenzt wird.
Ansonsten ist ZuhauseMobil ein nettes Feature für Vodafone-Kunden. Allerdings ist die Option mit 20 bzw. 25 Euro im Monat - abhängig vom jeweiligen Mobilfunktarif - deutlich teurer als z.B. Genion von o2, wo der Vertrag ohne Handy schon für 4,99 Euro zu bekommen ist. Außerdem bietet o2 für Homezone-Gespräche eine Flatrate an, während Vodafone-Kunden nur ein Kontingent von 1 000 Minuten erhalten. Bleibt zu hoffen, dass der Tarif künftig noch etwas kundenfreundlicher gestaltet wird. teltarif.de hält Sie auf dem Laufenden.
Quelle: teltarif
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