Das weltweit kleinste Android Smartphone. Von kleiner Statur, aber mit riesiger Leistung. Das Xperia mini passt in jede Tasche. So lautet der Werbeslogan von Sony Ericsson. Na dann wollen wir mal sehen, ob Sony Ericsson das Versprechen halten können.
Optischer Eindruck & Verarbeitung
Sehr klein, ich war wirklich erstaunt. Für die Größe wiederrum recht schwer. Das fiel aber eher meiner Frau auf, als mir. Die Verarbeitung scheint auf dem ersten Blick sehr ordentlich zu sein. Das Gehäuse besteht komplett aus Plastik mit seitlichen Chromeleisten. Der Akkudeckel schließt gut zum Handy ab, allerdings besteht der aus sehr dünnem Plastik. Man sollte also beim Abnehmen ein wenig Vorsicht walten lassen. Was nicht immer sehr einfach ist, da man den Akkudeckel nur mit ein wenig stärkerem Druck abbekommt.
Das Xperia mini liegt erstaunlich gut beim telefonieren in der Hand. Schreibt man längere Text über die normale oder die QWERTZ Tastatur, verkrampft man, durch die geringe Größe des Handys, sehr leicht. Das könnte auf Dauer unangenehm werden. Da macht sich ein größeres Handy durchaus komfortabler bemerkbar.
Die USB Steckerbuchse wird durch eine Gummilasche abgedeckt. Die Kameralinse, sowie der Blitz sind nicht verdeckt. Da dies ein Handy mit Touch-Display ist, gibt es nur 3 Hardware Tasten: Laut & Leise, Home Button, Kameraauslöser und der Power Knopf. Bei allen sitzt der Druckpunkt perfekt.
Display
Das Display ist ausgezeichnet. Zwar mit 320 x 480 pixels (HVGA) ein wenig klein aber mit einem 16‘777 216 Farb TFT ausgestattet. Da gibt es nichts auszusetzen. Die Farben sind brilliant und werden originalgetreu angezeigt. Die Farbübergänge sind ohne sichtbare Farbschattierungen. Texte werden äußerst scharf dargestellt. Mit bloßem Auge kann ich keine Pixelkanten sehen.
Swipen bzw. wischen funktioniert auf einen Fingerwisch hin und sehr schnell. Verzögerungen sind keine ersichtlich. Die Druckpunkte sind auf dem kleinen Display sehr präzise und punktgenau gesetzt. Im Vergleich zum iPod Touch 4 Generation mit Retina Display braucht sich das Xperia Display nicht verstecken, ganz im Gegenteil. Meiner Ansicht nach geht es knapp als Punktsieger daraus hervor.
Tastensteuerung
Links und rechts unterhalb des Displays gibt es einen „zurück“ und „Untermenü“ Button. Das sind die beiden mit den größten Kritikpunkten. Diese beiden Tasten reagieren auf jede noch so kleine Berührung sofort. Was man sich für ein Touch-Display wünscht, ist hier eher unerwünscht. Mir ging es nicht nur einmal so, dass ich gerade im Menü unterwegs war und durch eine leichte Berührung, einer der beiden Tasten, sofort irgendwas sich öffnete, was ich nicht wollte. Das kann auf Dauer mächtig nerven. Da sollte SE nochmal Hand anlegen und die Druckpunkte erhöhen, damit diese Tasten nicht mehr so sensibel reagieren.
Menü
Android 2.3.3 ist installiert. Wer ein Android Handy bereits in seinem Besitz hatte wird sich leicht zurecht finden. Ich bin ein Apple Anhänger und habe daher in den letzten 1,5 Jahren iOS genutzt. Daher musste ich mich mit Android erstmal vertraut machen. Das ging recht flott und nach 10 -15 Minuten fand ich mich ganz gut zurecht. GMail, Kontakte & Kalender synchronisieren und das WLAN einrichten waren schnell erledigt.
Wenn man neue Apps aus dem Android Store installieren möchte, sollte man bei der Erstinstallation dran denken, im Menü Installationen für Drittanbieter zu aktivieren. Denn ansonsten passiert nicht viel, außer das die App runtergeladen aber nicht installiert wird. Das hatte mich am Anfang 5 Minuten Suchen gekostet, um erstmal da drauf zu kommen.
Internet & Browser
WLAN Netz suchen, ggf. Passwort eingeben, kurz warten und schon kann es losgehen. Ist das WLAN einmal bekannt, geht der Verbindungsaufbau beim nächsten Mal innerhalb von 2 Sekunden. Getestet habe ich das unter anderem mit der heimischen FRITZ! Box und mit meinem mobilen WLAN Router von Vodafone.
Ich war begeistert wie schnell sich mobile Webseiten im integrierten Browser aufbauen. Webadresse eingeben, LOS drücken und innerhalb von 2 Sekunden ist die Webseite geladen. Ich habe diverse Webseiten, sowie meine Blogseiten getestet und alle mit dem gleichen Ergebniss. Ich weiß nicht was Android mit dem Browser anders macht als Apple mit dem Safari, aber Android hat hier klar die Nase vorn.
Akkuleistung
Diese wird vom Hersteller im Standby mit 340 Stunden angegeben. Wie wir alle wissen, sind das natürlich mehr oder weniger nur Richtwerte, die meistens nicht zutreffend sind. Mein Akku war voll aufgeladen und ich musste nach 1,5 Tagen bereits wieder neu laden. Ich muss aber zugeben, dass der Akku sicherlich länger hält, wenn man nicht soviel am testen ist, wie ich die letzten Tage für diesen Testbericht. Gesprächszeit laut Hersteller sind 4 Std. 30 Minuten. Das konnte ich leider nicht testen, wüßte auch nicht was ich so lange reden sollte.
Kamera
Diese bietet 5 Megapixel mit einer Blende von f/2.6. Fotografen unter uns wissen das eine solche Blende verdammt gut ist und besonders hilfreich bei schlechten Lichtverhältnissen. Da wir am Handy keine Möglichkeit haben die ISO nach oben zu schrauben, passt der Blendenwert. Beispielfotos...

Die Bilder können auf den ersten Blick überzeugen, wenn man die Fotos auf 1024 Pixel verkleinert. Nicht aber bei einer höheren Auflösung. Dann werden die Fotos eher schwammig und unscharf. Ich muss bei solchen Tests immer wieder drauf hinweisen, dass wir hier von einer Handykamera reden und nicht von einer DSLR Kamera. Meine Erwartungen als Fotograf sind da sicherlich weitaus höher angesiedelt.
Die Videokamera bietet HD Aufnahmen mit 720p. Das ist ein ordentlicher Wert. Trotzdem bin ich von den Videoaufnahmen nicht überzeugt gewesen. Zuviel „Schlieren“ konnte ich auf den Testvideos sehen. Das können andere Handykameras weitaus besser.
Ansonsten bringt die Kamerasoftware alle erdenklichen Features mit. Die da wären: Bildstabilisator, Manueller Fokus, Gesichtserkennung, Lächelerkennung (wer es braucht), Geo-Tagging, Autofokus und eine Schnittstelle zu diversen Bilderblogs.