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Mittwoch, 28. Dezember 2005, 13:53

Semacode-Tags weisen den Weg zur Wikipedia

Detailinformationen über ein Objekt jederzeit abrufbar ohne langes Suchen - das ist ein Traum vieler Handy-Besitzer. Auf dem 22C3 in Berlin stellen die Macher des Semapedia-Projektes eine Lösung vor.

Der Wiener Student Alexis Rondeau und der New Yorker Softwarearchitekt Stan Wiechers arbeiten seit geraumer Zeit an einem Projekt, das sie auch "die physikalische Wikipedia" nennen. Dabei heften so genannte "Tagger" einen "Semacode" an ein Objekt, beispielsweise an ein historisches Gebäude. Darin ist die URL zum Wikipedia-Eintrag als Blockmuster kodiert. Touristen können dann mit Hilfe einer speziellen Software den Semacode wieder in eine URL zurückwandeln.


Wikipedia-Seite über den Golem, codiert in Semacode

Lesesoftware für Semacode gibt es sowohl für Nokia-Series-60-Mobiltelefone als auch für aktuelle Java-fähige Handys mit Kamera. Für internationale Besucher ist zudem eine Lösung in Arbeit, die ihnen die Artikel in der jeweiligen Landessprache anbieten soll.

Die Lesesoftware für das Handy stellt die kanadische Firma Semacode zur Verfügung, es existieren aber auch andere Implementierungen des Standards. Die eigentliche Entwicklungsarbeit für die Generatorsoftware und die Webseite betrug den Machern zufolge lediglich zwei Wochen. Nun fühlen sie sich vom Erfolg überrollt. Projekte in der ganzen Welt stehen in Aussicht, unter anderem in Japan.

Dazu trägt das einfache Konzept bei, denn es ist kein GPS Satellit nötig und damit auch keine freie Sicht auf den Himmel. Gerade dadurch sticht die Idee der beiden die Konzepte der Geotagger aus, die jeden Artikel mit Geokoordinaten zur Ortung versehen wollen. Mit Sematags muss ein Objekt nicht an einem Ort verbleiben, sondern kann sich bewegen, ohne dass die Verlinkung zum Wikipedia-Eintrag verloren geht.

Um die Datengröße gering zu halten, will das Projekt mit den URLs des Wapedia-Projektes arbeiten. Dieses sorgt dafür, dass die ausgelieferten Seiten niemals größer als 10 KByte sind. Somit ist das Projekt nicht nur für Besitzer mit UMTS-Flatrates interessant, sondern kann auch mit Volumenverträgen sinnvoll genutzt werden.

Seit dem Start der Webseite verzeichnen die Entwickler einen enormen Zulauf, Tags finden sich bereits in mehreren Städten. Das Projekt selbst verfolgt wie die Wikipedia einen Grassroot-Ansatz, an dem möglichst viele Leute teilnehmen müssen, wenn es erfolgreich sein soll. Auf der Projekt-Homepage gibt es dazu einen Taggenerator.

Entwickler Wiechers hofft, dass in spätestens sechs Monaten flächendeckend Semacodes zu finden sein werden, wünscht sich aber auch Interesse von offizieller Seite. Für Städte und Gemeinden wäre es über Semapedia möglich, ohne großen Aufwand Zusatzinformationen etwa zu Gebäuden und historischen Orten zu bieten.

Der Semacode, bekannt auch als "Data-Matrix", liegt auch als ISO-Standard vor und findet seinen Einsatz traditionell zur Kennzeichnung von Gütern in der Industrie. [von Daniel Molkentin] (ji)

Quelle: Golem.de
Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber auch nicht alles so schlecht wie man es macht.

MfG
Humunculus

2

Dienstag, 3. Januar 2006, 10:23

Das Projekt Semapedia hat es sich zum Ziel gesetzt, Objekte in der physischen Welt mit dazu passenden virtuellen Artikeln in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia zu verknüpfen. "Wir wollen das in der Online-Enzyklopädie gesammelte Wissen an die Orte bringen, an denen es wirklich relevant ist", erklärte Alexis Rondeau die Motivation der Erfinder des "physischen Hyperlinking" gegenüber heise online. Der Wiener Student der Wirtschaftsinformatik hat das Konzept gemeinsam mit dem in New York lebenden Software-Architekten Stan Wiechers einsatzreif gemacht und vergangene Woche auf dem 22. Chaos Communication Congress (22C3) in Berlin vorgestellt. Die Idee reifte bei Rondeau im Sommer heran. Er wollte damals "nicht mehr still vorm Computer sitzen", sondern in der Welt seinen "Informationshunger" stillen und mit anderen Wissen "am richtigen Ort" teilen können.

Das Funktionsprinzip von Semapedia ist vergleichsweise einfach. Über die Eingabe einer Wikipedia-URL in ein Fenster auf der Homepage der Site oder ein Greasemonkey-Skript für Firefox lässt sich ein 2D-Barcode generieren, der an die Sicherheitsfunktion eines Online-Tickets der Deutschen Bahn erinnert. Die Codierung der Netzadresse erfolgt über den ISO/IEC16022-basierten Datamatrix-Standard. Die erzeugte Schwarzweiß-Grafik kann ausgedruckt, laminiert oder anderweitig auf einen harten Untergrund aufgeklebt und anschließend auf einen Gegenstand angebracht werden, den der zugehörige Wikipedia-Artikel beschreibt. Vorzugsweise sind das bislang touristisch interessante Gebäude oder Orte. Aber auch Konzern- oder Handelsniederlassungen etwa sind mit der Technik in der Lage, ihre Gebäude auf diesem Weg mit der kollektiv erstellten Wissenssammlung zu verbinden.

Das Schild mit dem Code können Touristen oder sonstige Interessierte im Folgeschritt über ein Mobiltelefon mit digitaler Kamera fotografieren und mit Hilfe eines vorinstallierten Semacode-Readers für Smartphones scannen. Die Applikation verwandelt die verklausulierte Netzadresse daraufhin wieder in eine Standard-URL und baut eine Internetverbindung etwa über GPRS auf. Im Smartphone-Browser wird dann der verlinkte Wikipedia-Beitrag aufgerufen.

Laut Rondeau prangen die Semacodes des seit vier Monaten funktionstüchtigen Projekts inzwischen auf rund 1000 Objekten, davon allein etwa 600 in New York. In den nächsten Monaten wollen die Vernetzungsexperten eine Zusammenarbeit mit Touristenbüros und den Bürgermeistern größerer Städte erreichen, um Semapedia-Schilder machen zu lassen und einfacher installiert zu bekommen. Gerade an öffentlichen Gebäuden würden sich die zuständigen Verwalter aber auch so bereits in der Regel rasch von der Zweckmäßigkeit der Tags überzeugen lassen, meint Rondeau.

Das Gemeinschaftsprojekt, dessen Gründer auf eine rege Beteiligung der Nutzer hoffen, ist nicht-kommerziell und wird momentan von der Universität Wien gefördert. Die Technik lässt sich laut Wiechers aber auch für gewerbliche Anwendungen nutzen. Er verweist dabei etwa auf Japan, wo die Software für einen vergleichbaren "Quick Response Code" bereits auf rund 30 Millionen Mobiltelefonen installiert sei und etwa zum Ticket-Kauf oder für Magazinwerbung eingesetzt werde. Auch die Wartezeit auf die nächste U-Bahn könne man sich dort über die Barcodes ausrechnen lassen. (Stefan Krempl) / (jk/c't)

Quelle: heise.de
Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber auch nicht alles so schlecht wie man es macht.

MfG
Humunculus

3

Mittwoch, 4. Januar 2006, 09:51

Semapedia verbindet die physische Welt und Wikipedia

Jederzeit ein Lexikon zu Hand - das haben nur die wenigsten. Ein Handy aber tragen die meisten immer mit sich - diesem fehlen jedoch die Informationen. Die Lösung: das Projekt Semapedia, entwickelt vom Wiener Studenten Alexis Rondeau und dem New Yorker Software-Architekten Stan Wiechers. Das System soll in Zukunft Objekte in der physischen Welt mit passenden Artikeln der Online-Enzyklopädie Wikipedia verbinden. Das Konzept wurde von den beiden letzte Woche auf dem 22. Chaos Communication Congress in Berlin vorgestellt.



Codierung von touristischen Zielen
Rondeau möchte dabei die umfangreiche Wikipedia-Datenbank zunächst vor allem für touristische Ziele nutzen. Das Konzept: Durch einen Barcode, der an den physischen Gebäuden angebracht wird, kann man mittels Foto durch die Handy-Kamera den Code entschlüsseln und automatisch die entsprechende Wikipedia-Seite aufrufen lassen. Die Codierung der Netzadresse erfolgt über den ISO/IEC16022-basierten Datamatrix-Standard. Die dadurch entstandene Schwarz-Weiß-Grafik kann ausgedruckt und dann an dem Gebäude angebracht und somit für jedermann zugänglich gemacht werden.

Bereits 1000 verlinkte Objekte
Seit vier Monaten wird an diesem Projekt gearbeitet und kann inzwischen auf über 1.000 "verlinkte" Objekte verweisen, davon allein rund 600 in New York. Rondeau möchte in den nächsten Monaten mit allen Tourismusbüros von größeren Städten Kontakt aufnehmen, um die Zusammenarbeit zu verbessern und damit das Angebot noch größer machen zu können.

Japaner nutzen den Code bereits
Das Projekt ist derzeit nicht-kommerziell und wird von der Universität Wien gefördert. Eine kommerzielle Anwendung ist aber auf jeden Fall denkbar - auch in anderen Bereichen als dem Tourismus. So ist der Code auch bereits in Japan auf Mobiltelefonen im Einsatz und ermöglicht den Ticket-Kauf oder die Abfrage, wann die nächste U-Bahn im Bahnhof eintreffe.

Quelle: pte / inside-handy.de
Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber auch nicht alles so schlecht wie man es macht.

MfG
Humunculus